Kinderturnen

Kindergarten- und Vorschulkinder ab 3 Jahre

Das Kinderturnen leistet einen Beitrag zur Entwicklung von selbständig handelnden Persönlichkeiten.

Wir wollen die Motorik und Koordinationsfähigkeit der Kinder fördern.
Dabei bewegen wir uns in Gerätelandschaften, turnen, tanzen, spielen und vieles mehr...
Die Teilnahme an Wettkämpfen des Turnbezirkes und Turnkreises Braunschweig, an vereinsinternen Wettkämpfen und Turnfesten ist für die älteren Kinder möglich.
Auf jeden Fall steht der Spaß an der Bewegung an erster Stelle.






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In unseren Turnstunden soll der Spaß für die Kinder an erster Stelle stehen. Neben dem Einhalten von einigen Grundregeln können die Kinder jedoch nur dann Spaß haben, wenn sie nicht unter Zwang und Druck turnen müssen.

Misserfolg und Abneigung beim Geräteturnen sind nicht selten. Sie sind häufig auf mangelnde Grunderfahrungen und zu hohe Anforderungen zurückzuführen. Die Turnstunde ist oft zu früh auf die Erarbeitung sportartspezifischer Fertigkeiten ausgerichtet, wie sie bei Wettkämpfen verlangt werden. Freude an der Bewegung und/oder über ein Erfolgserlebnis kommen dabei häufig zu kurz. Daher steht am Anfang eines Lernprozesses zum Erwerb von verschiedenen Fertigkeiten immer das Überprüfen und Sammeln der Grunderfahrungen.

Das menschliche Verhalten formt sich durch Wechselwirkungsprozesse mit der Umwelt. So ist das kleinkindliche Verhalten noch relativ frei, wird aber zunehmend durch kulturelle Errungenschaften, wie z. B. Möbel, Raumgestaltung, Umgebung, Medien beeinflusst. Dies führt leider zu Bewegungsmangel.

Nur durch eine aktive Einbeziehung der Kinder in die Turnstunden besteht die Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln, die sich positiv auf die Persönlichkeitsentwicklung auswirken.

Das Turnen heute hat wenig mit dem traditionellen Vereinsturnen zu tun, sondern Spaß, Wohlbefinden und Erlebnis stehen im Vordergrund.

Die Kinder sind heute mit Reizen völlig überflutet, werden den ganzen Tag gefördert und gefordert und haben dabei kaum noch die Möglichkeit, ihrem eigenen Bewegungs- und Wissensdrang nachzukommen. Es fällt den Kindern immer schwerer, sich zu konzentrieren, zuzuhören, abzuschalten und zur Ruhe zu kommen, wenn sie nicht völlig erschöpft sind.

Das Turnen als "Erlebnisturnen" in Bewegungslandschaften kann zumindest etwas dazu beitragen, den Bedarf der Kinder an Abenteuer, Spannung und Bewegungsdrang zu decken.

Kinder zu einem Tun zu motivieren ist nicht immer einfach. Ganz bestimmt gelingt dies aber nicht, wenn die Kinder schweigend in einer Reihe warten und auf Kommando eine vorgegebene Übung machen müssen. Die Kinder dürfen weder über- noch unterfordert werden und die Übungen sollten auch immer auf ihre Weise selbständig bewältigt werden können. Der Gemeinschaftssinn soll gefördert werden und möglichst viele Sinne sollen angesprochen werden. All dies ist in der angeführten Riege sicherlich nicht möglich.

Durch den Aufbau von Bewegungslandschaften können Kinder sich frei entfalten. Jemand, der ein Gerät nicht kennt, kann es sich erst einmal betrachten und vorsichtig ausprobieren. Ein zwanghaftes Mitmachen führt eher zum Unfall und zu Angst vor dem Gerät als zum Erlernen der Grundfähigkeiten.

Durch Bewegungslandschaften erhalten die Kinder die Möglichkeit
- die Kreativität zu fördern
- Kraft und Koordination zu trainieren
- das Reaktionsvermögen zu verbessern
- die Koordination von Auge und Hand zu verbessern
- Ängste abzubauen
- eigene Fähigkeiten, aber auch Grenzen kennenzulernen
- Kooperationsfähigkeit zu fördern
- das Sozialverhalten zu fördern
- Vertrauen und Offenheit zu entwickeln
- mit Rollen und Normen flexibel aber bewußt umzugehen
- das Selbstwertgefühl und Selbstbewußtsein zu fördern
- das Gleichgewichtsgefühl zu fördern
- Gefahren zu erkennen, beschreiben und zu beachten
- Regeln anzuerkennen und einzuhalten
- die Gesundheit zu erhalten und zu verbessern.

Wenn Sie die Wahl hätten, ein Kind vor eine Gerätelandschaft zu stellen, die es sich betrachten muss und dann ausprobieren kann, was möglich ist oder es in die Turnerriege zu den schweigenden Kindern zu stellen, um bestimmte Übungen zu machen – welche Stunde würden Sie für Ihr Kind wählen?

Es ist nicht wichtig, dass ein Kind in die Schule kommt und den anderen Kindern einen Handstandüberschlag vormacht. Aber es ist wichtig, dass der Sport Spaß macht und die Grunderfahrung und –fähigkeiten wie Balancieren, Springen, Klettern und Hangeln vorhanden sind. Das Kind soll sich mit den Geräten vertraut machen und erkennen, was es kann und welche Möglichkeiten es hat. Denn nur dann ist das Erlernen von sportartspezifischen Übungen möglich. Es ist wichtig, dass ein Kind gesund aufwächst und seinem Bewegungsdrang nachkommen kann.

Wenn die Kinder in die Halle kommen, können sie sich zunächst frei bewegen. Das hat nichts damit zu tun, dass sie darauf warten, wann die Stunde anfängt; auch dieses freie Bewegen gehört bereits dazu. Nach einem Tag im Kindergarten, Hort oder zu Hause können die Kinder ihrem Drang zum Laufen und Springen erst einmal freien Lauf lassen.

Nach der Begrüßung werden die Geräte, meist als Landschaft, gemeinsam aufgebaut. Es ist wichtig, auch schon die kleineren Kinder mit einzubeziehen, um ein Gefühl für die Geräte und auch mögliche Gefahren, aber auch für den Gruppenzusammenhalt und die Verantwortung gegenüber sich selbst und den anderen Kindern zu bekommen. Jeder möchte toben und jeder kann etwas dazu tun, eine Landschaft aufzubauen, egal wie alt oder groß oder fit er oder sie ist. Das Gleiche gilt natürlich auch für den Abbau der Geräte.

Auch das Turnen an den Geräten soll möglichst frei erfolgen. Gerade beim Klettern und Hangeln sollen so wenig Vorgaben wie möglich gemacht werden. Damit bekommt jedes Kind die Möglichkeit, sich mit einem Gerät vertraut zu machen, zu überlegen, wie es die Hindernisse bewältigt und wo Gefahren bestehen, ferner festzustellen, was es kann und wo seine Fähigkeiten liegen. Wenn ein Kind eine Übung verweigert, dann geschieht das meist aus Angst. Angst, dass die Gruppe lacht, Angst dass es etwas nicht kann oder aber dass etwas passieren kann. Es ist besser ein Kind sieht eine Weile zu und versucht dann auf seine eigene Weise, ein Gerät zu überwinden, als möglicherweise seine Ängste zu bestätigen, denn dann wird das Kind nie wieder mit Spaß an diesem Gerät turnen.

Natürlich müssen sich alle Kinder auch an die Grundregeln halten. Diese sowie die Verantwortung können aber wie selbstverständlich beachtet werden, wenn die Gerätelandschaften entsprechend gestaltet sind.

Nach dem Turnen spielen wir meistens noch ein Spiel. Die Kinder können sich noch einmal richtig austoben und von dem vorher konzentrierten Turnen abschalten.

Genau wie die gemeinsame Begrüßung gehört daher ein Lied zum Abschluss und die gemeinsame Verabschiedung zum festen Bestandteil der Stunde.

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